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Rede & Antwort

Lukas P.; per E-Mail:


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe im Kaufland den westfälischen Knochenschinken von ihnen entdeckt, mit der Aufschrifft „Aktion Tierwohl”. Ich bin ein sehr bewusster Verbraucher und kaufe normalerweise nur Lebensmittel, die mit dem Bio-Siegel markiert sind. Dieses haben ihre Lebensmittel nicht (?).
Da ich aber wirklich sehr interressiert an ihren Lebensmitteln und der Tierhaltung bin, würde ich gerne einen Hof ihrer Herstellung besuchen, um mir ein Bild machen zu können. Ist das möglich?

   

       
Sehr geehrter Herr P.,

vielen Dank für Ihre Mail vom 18. Juni 2011 und das damit dokumentierte Interesse an unserem neuen AKTION TIERWOHL Sortiment.
Die AKTION TIERWOHL ist ein Angebot  an interessierte Verbraucher, die mehr für das Wohl von Tieren tun wollen, ohne auf Fleisch und Wurst zu verzichten. Dabei sorgen die beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe und Fleischcenter umfassend dafür, das Wohlergehen der Tiere gegenüber den derzeitigen gesetzlichen Standards zu verbessern. Daher sehen wir unser Angebot als einen dritten Weg zwischen den QS- und den Bio-Produkten.
Unserer Initiative AKTION TIERWOHL-Angebot ist weder ein Bio- noch ein Tierschutzprogramm. Kernidee der AKTION TIERWOHL ist die Verbesserung des Wohlbefindens der Tiere im Sinne eines Regelkreises: Zunächst werden anspruchsvolle Haltungsbedingungen definiert, die das Wohlergehen der Tiere über den derzeitigen gesetzlichen Standard hinaus verbessern und in neutralen Betriebsaudits der Erzeugerbetriebe abgeprüft werden.

Dann werden am Schlachtband die Ergebnisse an Hand verschiedener, amtlich erhobener Befunde und Beobachten untermauert sowie durch historische und aktuelle Daten des Erzeugerbetriebes zu Indizes und Profilen verdichtet. Diese Erkenntnisse geben Auskunft über das Wohlbefinden der Tiere zu Lebzeiten und dienen gleichzeitig auch als Basis für die Definition der verbesserten Haltungsbedingungen in der Zukunft.

Somit stellt die AKTION TIERWOHL einen dynamischen Prozess kontinuierlicher Verbesserung des Wohlbefindens der Tiere dar.
Als Bestandteil gesteigerten Tierwohls stehen die Erzeugerbetriebe aus Gründen bestmöglicher Ruhe und hygienischer Sicherheit für öffentliche Besichtigungen nicht zur Verfügung. Dafür haben Sie sicherlich Verständnis. Demnächst wird es Video-Sequenzen aus den Betrieben auf unserer Internetseite zu sehen geben. Es lohnt sich also, immer mal wieder auf unserer Webseite vorbeizuschauen!

 


 
Peter S. aus A. schreibt:


„Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe heute im HIT-Markt Ihre Produkte gesehen und frage mich, ob es bei der AKTION TIERWOHL wirklich um Tierschutz geht?“

   

       


Sehr geehrter Herr S.,

mit der  AKTION TIERWOHL wird ausdrücklich kein Tierschutzprogramm im Sinne vieler Fachorganisationen angeboten. Vielmehr ist die AKTION TIERWOHL ein Angebot an interessierte Verbraucher, die mehr für das Wohl von Tieren tun wollen, ohne auf Fleisch und Wurst zu verzichten.
Um zu verdeutlichen, was die beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe und Fleischcenter unternehmen, um das Wohlergehen der Tiere gegenüber den aktuell geltenden gesetzlichen Standards zu verbessern, haben wir in der Internet-Platform www.aktion-tierwohl.de aber auch in gedruckten Publikationen, die wichtigsten Informationen zu diesem Programm zusammengefasst.

Kernidee der AKTION TIERWOHL ist die Verbesserung des Wohlbefindens der Tiere im Sinne eines Regelkreises: Zunächst werden anspruchsvollere Haltungsbedingungen definiert, die das Wohlergehen der Tiere über den derzeitigen gesetzlichen Standard hinaus verbessern. Dann werden am Schlachtband die Ergebnisse anhand verschiedener Befunde, Merkmale und Beobachtungen untermauert sowie durch historische und aktuelle Daten des Erzeugerbetriebes zu Indizes und Profilen verdichtet. Diese Erkenntnisse geben Auskunft über das Wohlbefinden der Tiere zu Lebzeiten. Diese dienen gleichzeitig auch als Basis für die Definition der verbesserten Haltungsbedingungen in der Zukunft. Somit stellt die AKTION TIERWOHL einen dynamischen Prozess kontinuierlicher Verbesserung des Wohlbefindens der Tiere dar.

 



Susanne Z. fragt per E-Mail:


„ ... habe ich Ihr Produkt "Aktion Tierwohl Krustenschinken" im Kauflandmarkt gekauft. Im Internet habe ich gelesen, dass Mastschweinen der Schwanz gekürzt wird. Wie ist es bei der Aktion Tierwohl?"

   

       


Sehr geehrte Frau Z.,

bei der AKTION TIERWOHL ist routinemäßiges Schwanzkupieren verboten. Nur bei einer vom Tierarzt bescheinigten besonderen Indikation ist ein Eingriff in NRW übergangsweise erlaubt.

Wir sind uns allerdings bewusst, dass die Ursachen für Verletzungen am Ohr oder am Schweineschwanz sehr vielfältig sind, so dass das Schwanz-kupieren häufig eine notwendige, weil medizinisch gebotene Maßnahme ist, auch um noch schlimmere Verletzungen zu verhindern. Gerade im Rahmen des Haltungsprofils der AKTION TIERWOHL werden Beeinträchtigungen an Schwanz, Ohr und Haut erfasst und in die Bewertung einbezogen. Ursachen für diese Verletzungen können lt. einschlägiger wissenschaftlicher Untersuchungen im Einzelfall Verhaltensstörungen mit genetischem Hintergrund, ein Strukturproblem der Gruppe, unbefriedigender Futter-zusammensetzung, mangelnder Beschäftigungsmöglichkeiten und mehr sein.

Daher sind der kategorische Verzicht des Schwanzkupierens oder die Steuerung der Belegdichte keine wirkliche Lösungen für dieses komplexe Problem und auch keine Verbesserung des Tierwohls an sich. Hier sind noch weitere wissenschaftliche Untersuchungen und Versuche notwendig, bevor eine vollständige Lösung des Themenkomplexes möglich ist. Westfleisch fördert entsprechende Projekte, u.a. durch die im Rahmen des Haltungsindex ermittelten Daten tausender Schweine und eigener Versuchseinstallungen.

 



Mechthild D. aus K. fragt:


„ ... haben bei der AKTION TIERWOHL die Tiere mehr Platz in ihren Ställen? Und werden sie auf Stroh gehalten?“

   

       


Sehr geehrte Frau D.,

es werden nur Erzeuger zu dem AKTION TIERWOHL-Programm zugelassen, wenn der Stall u.a. über eine feste Liegefläche von mind. 1,3 m² pro Sau, Freilauf der Muttertiere in Gruppenhaltung, 24 Stunden freien Zugang zu den Tränken sowie abwechselungsreiches Spielmaterial für alle Sinne verfügt. Diese Bedingungen übertreffen die gesetzlichen Anforderungen.

Die Haltung der Schweine auf Stroh findet aus guten Gründen nicht statt. Einerseits sind Strohvorräte heute sehr anfällig für Schimmelpilztoxine, auch wenn sie ausgiebig gewendet und getrocknet sind. Getreide wird heute später geerntet. Daher sind viele Halme schon auf dem Feld tot und bieten eine ideale Angriffsfläche für Pilze, die dadurch von vornherein im Stroh enthalten sind. Da die Tiere das Stroh auch fressen, kommt es zu entsprechenden Krankheiten (die erhöhte Medikamentengaben zur Folge hätten), kleineren Würfen, einer gesteigerten Anzahl von Totgeburten und einer höheren Anzahl von sogenannten „Kümmerern“ bei den Ferkeln - alles negative Aspekte im Hinblick auf das Tierwohl. Zusätzlich würde ein erhöhter Arbeitsaufwand für das Ausmisten und Nachlegen sowie die Lagerhaltung für das Stroh erforderlich.

 



Thorben V. per Mail:


Bekommen die AKTION TIERWOHL-Bauern eigentlich einen höheren Preis für ihre Tiere?“

   

       


Sehr geehrter Herr V.,

die AKTION TIERWOHL-Landwirte erhalten zusätzlich zum Verkaufserlös zurzeit 2-4 Cent/kg Schlachtgewicht je nach Geschlecht der Tiere. Das entspricht bei einem Lebendgewicht von rund 100 kg einem Zusatzerlös von ca. 2 bis 4 Euro/Schwein.